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NAVAD 1000 (2019) | Non-Stop Romanshorn – Montreux (Erlebnisbericht)

von Markus S.

Ausschreibung

Investition im Zusammenhang mit der Anmeldung

Spot Tracker 150€ + Jahresgebühr von FindmeSpot 200€

 

Planung 1. Ansatz

  • Reisegeschwindigkeit: Ursprünglich 15km/h auf 10km/h korrigiert (100h)
  • Pausenzeit: 3h / 100km (30h)
  • Übernachtung: 6h / Stop (30h)
  • Zielzeit: < 6Tage ( < 144h )           Übernachtung: Festes Quartier

 

Umsetzung

  • Motto: Kontinuität & Flexibilität
  • Plan:      Strecke machen! Minimum bis Schwyz ; Alles Weitere ergibt sich
  • Samstag 6Uhr – Sonntag 21Uhr                 400km – 1. Stopp             39h
  • Montag 7Uhr – Dienstag 18Uhr                 675km – 2. Stopp             35h
  • Mittwoch 8Uhr – Freitag 2Uhr45              975km – Ziel                      43h

 

Ergebnis

117h Rad inkl Pause + 10h (1. Stopp) + 14h (2. Stopp) = 141h (5Tage20h45min lt. Trackleader)

Phase-1: Strecke Machen

Phase-2: Ständiges Auf u Ab

Phase-3: Höchste Höhen (lange Anstiege) überwinden u Ziel

Challenges

Quartier

zT hatten die Orte ( zT Skiorte) kein Quartier

Verpflegung

Da die Strecke sehr abgelegen, kommen Gasthäuser, Bäcker, Lebensmittel nicht immer dann wenn es nötig ist. Daher immer genügend Verpflegung an Bord.

Reparatur

  • Bei Nacht einen Platten geflickt – sicherlich 2-3h verloren.
  • Zuerst den Schlauch gewechselt. Hielt nicht lange. Dann „Blind“ mit Flickzeug gearbeitet. Hielt nicht lange. An einer Viehtränke alles sorgfältig inkl. Mantel untersucht u mit Flickzeug den Schlauch repariert. Hielt bis zum Schluss!

Übersetzung

  • Geländebeschaffenheit u. Belag. Kam mit meiner Übersetzung zurecht. Habe immer „leicht“ getreten um nicht unnötig Körner liegen zu lassen. Dennoch über die Zeit rechte Archillissehne u die Bänder/Muskelansatz unterhalb der rechten u linken Kniekehle
  • Berg hochradeln … - 5km/h à habe mich dann immer zum Laufen entschieden, da es fast so schnell ging, dabei den Hintern u die Beine entlastetet
  • Anstiege auf Asphalt gingen gut zu fahren. Sobald >10% und „loser Belag“ war nach 1/3 der Distanz das Schieben effektiver
  • Montiert hatte ich 26/36 – 11-42; à 24/34 wäre vermutlich die bessere Option

Gesamtgewicht Bikepacking

Das Rad muss maximal so beladen sein, dass man es über Zäune hinwegheben kann. Die Zäune haben zu 99% Stacheldraht.

Verpflegung

Konsequent jede Stunde essen ( Gel, Riegel ) – nach 10 / 15h normales Essen ( Bäcker, Volg, Gasthof )

 

Wetter

Regenjacke mit 20000 Wassersäule ist die Anschaffung schlechthin u. macht sich beim ersten Gewitterguß bezahlt.

Körperpflege

  • Ilon Protect ( Sitzcreme ) PLUS Ringelblumensalme (active3) – satt eincremen
  • Lippencreme ( etwas was furs Hochgebirge taugt ) PLUS Sonnencreme

Gepäck

  • 2 Satz (einer am Körper) – Radhose kurz, Trikot kurz, Sportlayer kurz – MTB-Radhandschuhe; Mütze; Sonnenbrille, Helm, Kurze Hose + T-Shirt + U-Hose, Radsocken
  • Gegen Kälte: 1x Langarm Trikot; 1x Windstopper kurzarm (nicht benötigt); UnterhelmMütze, WinterhandSch., Beinlinge, Regenjacke (20000)
  • 3 Satz Riegel u Gel bis KM-500 (Depot); Im Depot 2Satz Riegel+Gel; 1 kleines Messer + 1 Esslöffel; Inbusschlüssel, 2 Satz Bremsbeläge (1Satz gebraucht nach 19000Hm/670km); 2x Schlauch, Flickzeug; Luftpumpe; Kettenöl ; 2x Trinkflaschen 0.75; 1.Hilfe + Körperpflege + Sonnencreme; Regenjacke; Regenhose (nach 300km entsorgt für den 1. Gewitter-Hagelsturm verwendet)
  • Akkupack (26000mAH); USB Kabel, 220/USB-Stecker; Ersatzbatterien für Spot-Tracker

Navigation

  • Garmin 1030 mit extra Akkupack à liefert zusammen ca max 40h Betrieb.
  • Offline Navigation – die Möglichkeit im Notfall über HandyApp wie GURUMAP / KOOMOT ist ein MUSS. Entsprechende Halterung am Lenker für das Handy notwendig

Bike Setup

  • Seatpack; 2x Oberrohr taschen für Werkzeug u Elektronik à Rahmenschutzfolie für Lackschutz
  • Innerbar-Ends; ErgoGriffe
  • 1x Volt1600 (5 Stufen schaltbar) Betrieb in 3 Stufe à Akkulaufzeit von +6h + 3x Akku Rücklichter

Impressionen

Bericht

So sehen Sieger aus. Oben links im Bild Jochen Böhringer. Erfolgreich im MTB u Ultra-Cycling.

Start am Samstag Morgen nach Alterklasse. Von Alt nach Jung immer 4TN / Minute. Frisch u Energiegeladen ging es durch den Tag bis am Abend auf dem Pass von dem es hinunter zum Walensee ging es zum Hagel-Gewitter kam. Die Perspektive auszuharren bis der Regen durch ist war laut Prognose gering so dass ich weiter fuhr. Nach dem Walensee Richtung Einsiedeln hörte der Regen auf. So ging es durch die Nacht bis ich am Morgen Schwyz erreichte. Essen suchen und gefunden.

 

Weiter über den Rigi – Wildspitze – Ägerisee an Baar vorbei bis Hochdorf bzw. Hildisrieden. 1.Stopp im Gasthof zum roten Löwen bei einem Radsportbegeisterten Hotelier.

 

Die nächste Etappte führte am Sempachersee entlang durch Sursee um dann das Napf-Gebiet anzusteuern. Wunderschöne Sicht auf das Berner-Oberland. Durch Entlebuch hindurch führte der Weg hoch nach Finsterwald wo ich die 500km Marke erreichte. Begeistert wurde jeder Radler mit einem Tusch empfangen. Aus dem Depot den kleinen Bike-Rucksack mit Riegel-bepackt geholt u weiter. Unterwegs auf einer Alm nach Brot u Käse gefragt und freundlicherweise ein Vesper erhalten. Der Sektor 6 in dem ich mich befand hat 102km u 3700Hm. Die wollte ich hinter mich bringen. Unterwegs Florian Figge aus München getroffen. Sind einige Kilometer gemeinsam geradelt. Hatten gegen 20Uhr in einem Gasthof noch gegessen bevor er sich zum Bleiben entschied u ich weiter durch die Nacht radelte mit Ziel Sörenberg. Irgendwann gab es dann einen Platten, den ich nach dem 3. Anlauf geflickt bekommen hatte. Reparatur mit Akkulampe im Mund ist nicht optimal u mühselig doch am Ende war die Aktion erfolgreich.

In Sörenberg fand ich einen Volg (Lebensmittel) wo ich um 7Uhr30 Gelegenheit hatte ein paar „Brötli“ zu essen. Wärmenden Kaffee gab es keinen. Der Weg über den Glaubenbielen-pass –Panoramastrasse brachte mich an den Lungerersee. In Lungern fand ich einen Bäcker der auch Kaffee hatte. Stärkte mich um anschließend den Brünigpass anzugreifen mit Ziel Meiringen. Auf dem Weg zur großen Scheidegg traf ich Florian wieder u wir meisterten die 1600Hm gemeinsam. Auf der Passhöhe hat er sich verabschiedet da er über Grindelwald hinaus bis ins Lauterbrunnertal radeln wollte. Ich entschied mich für den 2. Stopp in Grindelwald im Hotel-Garni Tschuggen. Wurde freundlich empfangen.

 

Die dritte und letzte Etappe starte ich gegen 8Uhr nachdem Frühstück (es ging nicht vor 7:15). Kaffee u Müsli waren das Warten wert. Dazu nutze ich die Wartezeit um die Bremsbeläge zu wechseln die bis auf das letzte Zehntel runtergebremst waren. Die Strecke lang u kräftezehrend. Die höchsten Übergängen mit 2000m standen auf dem Programm aber auch lange Anstiege u viele Schiebepassagen. Nicht nur die Steilheit machten das Velo-Stoßen effektiver, sondern auch die Gebirgspfade. Von den Kühen ausgetretene Single-Trails u. schmale abschüssige Wege mit herausstehenden Wurzeln – Kein Vergnügen. Für Überraschung sorgte die Tatsache, dass mein Garmin sich weigerte den Sektor-8 zu laden. Diverse Versuche & Reboot halfen nicht. Auch das Überspielen der Daten (freundliches Personal im Lauterbrunner Tourist-Office) halfen nicht. Somit musste ich offline navigieren. Hatte die Daten auf dem Handy. Mit GURU Map ging das wunderbar. Allerdings musste ich den Setup erstmal fahrtauglich mit Klettband am Rad fixieren. So dass es auch die holprigen Abfahrten über Stock u Stein Stand hielt. Von Grindelwald ging es hoch zur kleinen Scheidegg. Imposante Bergriesen. Eiger-Mönch-Jungfrau. Das Schilthorn war für mich zu erkennen. Der Blick zurück zur großen Scheidegg -grandios. Die Abfahrt ins Lauterbrunnertal durch Wengen – einmalig, wie auch das Lauterbrunnertal selbst! Von Lauterbrunnen vor nach Interlaken u auf halber Höhe entlang dem Thunersee. In Aeschi abgebogen in das Suldbachtal um den nächsten hohen Übergang zu meistern. Auf der Abfahrt hatte ich Matt Dewes aus Neuseeland getroffen der gerade Stopp machte da er eine Bekannte traf ( die Welt ist ein Dorf J ) . Der Sektor endete in Oey. Zum Glück und meiner Beruhigung ließ sich der Sektor-9 wie auch alle anderen restlichen Sektoren im Garmin laden. Nochmals gegessen ging es in den Abend u durch die Nacht Richtung Montreux. Es war eine lange, kräftezehrende Nacht. Ein Gewitter zog noch auf, die Ausmaße u der Regen waren nur kurz. Am Morgen erreichte ich im Ort Jaun einen Bäcker den ich „leerkaufte“. Ein paar Stunden zuvor hatte ich auf einer Alm noch nach Brot gefragt – mir wurde dann mit etwas Weichkäse u Schokolade weitergeholfen – da ich nach 12h keine Riegel mehr Essen konnte.

Die Rast beim Bäcker ließ meine Moral wieder steigen u die Kräfte kamen zurück. Ich hatte einen Punkt erreicht indem ich anfing zu überlegen die Tour abzubrechen.

Wieder bei Kräften ging es den Anstieg hoch zum Schwarzsee. Dort verpflegte ich mich mit Pizza um besser die Balance zwischen Sportlernahrung u normalem Essen zu halten.

Tolle Abfahrt zum Lac de Gruyere. Der Weg führte über die Staumauer immer weiter bis in Vaulruz der Sektor endete.

Endlich im letzten u 11. Sektor. Eine Ortschaft nach Vaulruz in Wüadingen, habe ich im Gasthof mich mit Sandwiches franz. Art gestärkt u machte mich auf die letzten 66km und in den Abend. Alles lief gut. Nach einer weiteren schönen schnellen langen Abfahrt kam ich nach Albeuve. Kurz entschlossen stoppte ich an einer Herberge an der Strasse gelegen, um nochmals ein Sandwich zu essen. In der Herberge wurde ich freundlich von Dominic Maurer begrüßt. „Du hast mich eingeholt J .. „ – er hatte kein Licht u blieb in der Herberge über Nacht.

Der letzte Anstieg kam und ich kam auch gut hoch. Freute mich auf eine lange entspannte Abfahrt noch Montreux. Doch es waren noch ca 2 vlt auch 4km Trails zu laufen. Für mich nicht fahrbar. Unterwegs tauchte Matt Dewes wieder auf. Als erfahrener MTBler u Brevet-Cyclist meisterte er viel schneller u souveräner das Geländer u die Abfahrt. 2uhr45 war das Ziel an der Freddy Mercury Statue in Montreux dann endlich erreicht.

 

Das waren 5 Tage 20h 45min Abenteuer durch die Schweizer Bergwelt.

Gestartet waren 73 TN. 22 davon habe das Abenteuer vorzeitig beendet.

Die Rangliste …

 

1. Jochen Böhringer mit 4 Tage 11h 30min

….

12. Florian Figge mit 5 Tagen 12h 30min

13. Matt Dewes mit 5 Tagen 20h 35min

14. Markus Spieth mit 5 Tagen 20h 45min

15. Dominic Maurer mit 6 Tagen 03h 15min

Die TN werden von Jahr zu Jahr stärker. Das Event bekannter! u immer internationaler.

 

Dieses Jahr erstmals nicht nur 1 TN der unter 5 Tagen das Ziel erreicht, sondern gleich 6 TN.

 

Auszugsweise die Rangliste …

 

AUDAX Suisse | DIAbLES RoUGES
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